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Niklas Frach überzeugt beim Debüt

Euro­pa­cup im Frei­was­ser­schwim­men

Ein über­zeu­gen­des Debüt zeig­te Niklas Frach bei sei­nem Debüt in der Aus­wahl des Deut­schen Schwimm­ver­ban­des (DSV). Beim Euro­pa­cup im spa­ni­schen Navia beleg­te er einen guten 13. Platz und darf in zwei Wochen erneut für das Natio­nal­team an den Start gehen.

Die Beru­fung von Niklas Frach (Jg.98) in die Natio­nal­mann­schaft war das sport­li­che High­light der hei­mi­schen Schwim­mer in die­sem Jahr. Der 19-jäh­ri­ge Lehr­amts­stu­dent der Jus­tus-Lie­big-Uni­ve­ris­tät Gie­ßen durf­te am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de erst­mals mit der Deutsch­land­ba­de­kap­pe einen Wett­kampf bestrei­ten. Mit dabei der Trai­ner des TV Wetz­lar, Uwe Her­mann, der für die Euro­pa­cup­se­rie als Betreu­er in das Natio­nal­team beru­fen wur­de. „Niklas hat sich bei sei­nem Debüt gut prä­sen­tiert und eine über­zeu­gen­de Leis­tung gebracht“ fass­te der A‑Lizenztrainer die Schwim­me­ri­sche Leis­tung von Frach, der von Robin Rau­sche trai­niert wird, kurz auf den Punkt. Das 7‑köpfige Team des DSV flog über Madrid nach Astu­ri­en, um dann vom Ver­an­stal­ter nach Navia gebracht zu wer­den. Auf der drit­ten Sta­ti­on des Euro­pa­cups im Frei­was­ser­schwim­men stan­den im Hafen­be­cken von Navia 7,5 Kilo­me­ter auf dem Pro­gramm. Neben Frach gin­gen noch die WM-Teil­neh­mer 2017, Sören Meiß­ner (Jg.91), Leo­nie-Anto­nia Beck (Jg.97) und Chris­ti­an Rei­chert (Jg. 85 / 10. Platz Olym­pia 2016) sowie Sven­ja Zihs­ler (Jg.94) an den Start. Im Start­feld fan­den sich noch wei­te­re aktu­el­le WM-Teil­neh­mer aus Ungarn, Hol­land, Spa­ni­en, Ita­li­en, Slo­wa­kei und aus Tsche­chi­schen Repu­blik. Bei einer Was­ser­tem­pe­ra­tur von 18,5 Grad Cel­si­us war das Tra­gen eines Neo­pren­an­zu­ges im Salz­was­ser erlaubt und sorg­te für Erleich­te­rung bei den Teil­neh­mern. „18,5 Grad sind schon sehr frisch, und bei einer Renn­dau­er von 90 Minu­ten ist es im Neo bes­ser, man friert nicht“ erklärt Niklas Frach. Im „Neo“ ging es dann an den Start, ein Rund­kurs von 1800m muss­te vier­mal absol­viert wer­den bevor es in den Ziel­be­reich im Hafen ging. „Nach jeder Run­de kom­men die Sport­ler an der Ver­pfle­gungs­sta­ti­on vor­bei, ähn­lich wie bei einem Mara­thon­lauf kann hier Flüs­sig­keit zu sich genom­men wer­den“ erklärt Her­mann, „aber, die pas­siert natür­lich im Was­ser, die Sport­ler dür­fen sich nicht fest­hal­ten, wer­den sozu­sa­gen von den Betreu­ern gefüt­tert“ fügt der Erfolgs­coach hin­zu. Beim Start hat­te sich Frach direkt eine gute Posi­ti­on ver­schafft und schwamm die ers­te Run­de mit der Füh­rungs­grup­pe um den WM 5. Über die olym­pi­schen 10 Kilo­me­ter, Kris­tof Rasovs­ky aus Ungarn. Bei der Ver­pfle­gung waren die ande­ren Sport­ler aber schnel­ler, Frach ver­pass­te einen Moment den Anschluss und muss­te die rest­li­chen drei Run­den allei­ne gegen die Wel­len ankämp­fen. „Das war ein tak­ti­scher Feh­ler, das hat mich eine bes­ser Zeit und Plat­zie­rung gekos­tet, denn im Pulk schwim­men ist es natür­lich leich­ter als allei­ne“ war der 19-jäh­ri­ge etwas ent­täuscht über den Aus­gang des Ren­nens. Im Ziel war der Hin­ter­mei­lin­ger, der seit zwei Mona­ten in Gie­ßen wohnt, nach 1:23:20,50 Stun­den, knap­pe drei Minu­ten hin­ter dem Sie­ger aus Ungarn, der 1:20:19,40 Stun­den benö­tig­te. „Da hat man ein­fach die feh­len­de Erfah­rung gemerkt am Ende der ers­ten Run­de, aber das pas­siert uns nur ein­mal“ war Coach Uwe Her­mann den­noch zufrie­den mit der Vor­stel­lung sei­nes Schütz­lings. „Von der Grund­ge­schwin­dig­keit kann ich mit­hal­ten, das war wich­tig zu sehen, und das bes­se­re tak­ti­sche Ver­hal­ten bei den Wen­de­bo­jen, im Pulk und bei der Ver­pfle­gung ler­ne ich auch noch, dafür waren wir ja hier“ zeig­te sich Frach kri­tisch, aber den­noch zufrie­den. Als Bestä­ti­gung die­ser Ansicht dien­te direkt einen Tag spä­ter das Ren­nen um den 60. Decen­so, das tra­di­tio­nel­le Fluss­ab­wärts­schwim­men in Navia über 5000m Frei­stil. Rund 1000 Teil­neh­mer gin­gen ins küh­le Nass und schwam­men zum Ziel in den Hafen. Auch hier ging der Sieg wie­der an Kris­tof Rasov­szky aus Ungarn, nur 20 Sekun­de dahin­ter kam Niklas Frach nach 39:20,10 Minu­ten als 12. In das Ziel. „Heu­te hat es schon bes­ser geklappt mit dem Schwim­men im Pulk, die ers­ten 700m hab ich das Feld ange­führt und dann gut mit­ge­hal­ten“ freu­te sich der Modell­ath­let über die­sen Erfolg. Bun­des­trai­ner Frei­was­ser Ste­fan Lurz aus Würz­burg, der bei den zeit­gleich statt­fin­den­den Jugend­eu­ro­pa­meis­ter­schaf­ten in Mar­seil­le weil­te, infor­mier­te sich täg­lich nach den Ergeb­nis­sen aus Navia und zeig­te sich zufrie­den mit den Zei­ten und Plat­zie­run­gen. „Als Bestä­ti­gung mei­ner Leis­tun­gen und wei­te­rer Ansporn dran zu blei­ben darf ich nun in 14 Tagen bei der vier­ten Sta­ti­on des Euro­pa­cups in Kopen­ha­gen wie­der für den DSV an den Start gehen“ freu­te sich Frach über die erneu­te Beru­fung ins Natio­nal­team. Mit dabei wird dann auch wie­der Uwe Her­mann sein, der sei­ne Pre­mie­re als Betreu­er für die Natio­nal­mann­schaft eben­falls gut gemeis­tert hat. „Es ist kei­ner ertrun­ken, ich darf also wie­der mit“ scherz­te der 37-jäh­ri­ge. In Kopen­ha­gen geht es dann über 6000m im Hafen­be­cken, Bun­des­trai­ner Lurz ist dies­mal mit vor Ort. „Wenn ich mich dort wie­der gut prä­sen­tie­re darf ich viel­leicht auch das Euro­pa­cup­fi­na­le Mit­te Sep­tem­ber in Rom schwim­men, dafür wer­de ich alles geben“ ist Frach schon fokus­siert auf das Ren­nen in Däne­mark, wo wie­der mit einer Was­ser­tem­pe­ra­tur von 17–18 Grad zu rech­nen ist. „Nach den Ren­nen in Navia bin ich gut abge­här­tet, aber in Rom wird das Was­ser um die 24 Grad haben, das wür­de ich ger­ne tes­ten!“ blickt der 19-jäh­ri­ge selbst­be­wusst nach vor­ne!

 

Ergeb­nis­se Euro­pa­cup Open­Wa­ter­S­wim­ming Navia, 7500m

Damen

  1. Leo­nie Anto­nia Beck (GER)             1:26:41,10 Stun­den
  2. Sven­ja Zihs­ler (GER)                        1:26:48,80 Stun­den
  3. Judith Navar­ro (ESP)                        1:31:27,70 Stun­den

 

Her­ren

  1. Kris­tof Rasov­szky (HUN)                 1:20:19,40 Stun­den
  2. Sören Meiß­ner (GER)                       1:20:19,50 Stun­den
  3. Pepi­jn Smits (NED)                          1:20:22,10 Stun­den
  1. Niklas Frach (GER) 1:23:20,50 Stun­den

 

Ergeb­nis­se 60. Decen­so Navia, 5000m

Damen

  1. Leo­nie Anto­nia Beck (GER)             45:40,40 Minu­ten
  2. Kata Some­nek Onon (HUN)             45:41,30 Minu­ten
  3. Sven­ja Zihs­ler (GER)                        45:48,20 Minu­ten

 

Her­ren

  1. Kris­tof Rasov­szky (HUN)                 39:58,20 Minu­ten
  2. Sören Meiß­ner (GER)                       39:59,10 Minu­ten
  3. Chris­ti­an Rei­chert (GER)                  40:01:20 Minu­ten
  1. Niklas Frach (GER) 40:19:30 Minu­ten

 

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